Amtsgericht Goslar/Kassandro CC-BY-SA 3.0

Urteil im CI-Zwang-Fall: Keine Kindswohlgefährdung

Neuigkeiten

Nach mehr als einem Jahr ist der Goslarer Gerichtsprozess um die drohende Zwangsimplantierung eines gehörlosen Jungen zu einem Ende gekommen – mit einem für die gehörlosen Eltern positiven Ausgang. Der sogenannte “CI-Zwang”-Fall hatte Ende 2017 für hohe Wellen gesorgt (die DGZ berichtete). Dabei geht es um einen mittlerweile dreijährigen gehörlosen Jungen. Im Frühjahr 2017 wurde den ebenfalls gehörlosen Eltern bei einer BERA-Untersuchung eine CI-Versorgung nahegelegt, diese lehnten jedoch ab.

Die HNO-Klinik des Städtischen Klinikums Braunschweig sah in der Verweigerung eine Gefährdung des Kindswohls und wandte sich Oktober 2017 an das Jugendamt Goslar. Dieses wiederum regte das Familiengericht Goslar an, ein Verfahren zum Kinderschutz anzustoßen. Es läge der Verdacht auf Kindswohlgefährdung vor. Der Anwalt des Klinikums schrieb damals, eine Implantation solle, um irreparable Schäden abzuwenden, am besten in den nächsten Monaten erfolgen – notfalls gegen den Willen der Eltern.

Der Fall sorgte für große Empörung. Der Deutsche Gehörlosen-Bund lehnte in einer Stellungnahme einen solchen Eingriff kategorisch ab und fühlte sich an „längst überwunden geglaubte behindertenfeindliche Tendenzen erinnert“. Man versuche, mit juristischen Mitteln „das hohe Gut des elterlichen Willens zu übergehen“. Auch die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft sprach sich deutlich gegen einen Zwang aus: „Eine CI-Implantation ohne Zustimmung der Eltern ist strikt abzulehnen“, dies würde mehr Schaden als Nutzen zufügen.

Während des gesamten Prozesses wurde die Familie von der Gebärdensprachdolmetscherin und Verlegerin Karin Kestner unterstützt. „Man kann nur hoffen, dass es der erste und letzte Fall vor Gericht ist, der sich mit dieser Thematik beschäftigt“, kommentierte Kestner den richterlichen Beschluss (ihr kompletter Kommentar findet sich hier). Im Verlauf des Prozesses bekamen die gehörlosen Eltern erneut Nachwuchs – Zwillinge. Weil eines der Zwillinge hörend ist, wurde zuletzt sogar in Betracht gezogen, die anderen gehörlosen Geschwisterkinder implantieren zu lassen, um das hörende Familienmitglied nicht isoliert unter Gehörlosen aufwachsen zu lassen.

Nun hat das Familiengericht am 29. Januar 2019 beschlossen, „keine familienrechtlichen Maßnahmen“ einzuleiten. In diesem Fall heißt das: Gegen den Willen der Eltern wird das Kind nicht operiert. Die Eltern hätten sich „ausführlich mit der Cochlea-Implantation auseinandergesetzt“ und seien zu der Entscheidung gelangt, die Operation abzulehnen und stattdessen auf Hörgeräte zu setzen. Für welchen Versorgungsweg man sich entscheide, obliege „allein der Entscheidungsfreiheit und Fürsorge der Eltern“. Außerdem können Gehörlose, so das Gericht in dem zehnseitigen Beschlussschreiben, auch ohne CIs zweifellos ein glückliches Leben von hoher Lebensqualität führen.

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29 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Wunderbar! Ich hatte schon die Befürchtung gehabt, dass die Nazikeule wieder zuschlagen würde…
    Freue mich für die Familie!

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    • Nazikeule?

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      • Hallo Ulrike,
        hier schreibt der Thommy. Das was Nicole schreibt, hat schon seine Geschichte.
        Nach dem Mailänder Kongress 1880 war für die Gehörlosenkultur eine wesentliche Verschlechterung eingetreten. Gebärdensprachverbot, nur noch Oral-Auditive Bildung bis zum Teil heute noch, auch für gehörlose, Arbeitsverbot für Gehörlose, über die Nazizeit Sterilisation bei Gehörlosen usw. usw.. Normal hörende, Ärzte usw. glauben zu wissen, sie können als Weltverbesserer helfen und Schaden nur noch mehr.

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  • Timo Ermeck
    1. Februar 2019 10:37

    Endlich, wir freuen stolz auf gehörlosen Eltern. Kämpferin (KK) sorgt auf gehörlosen Eltern und sein Kind unterstützen. Karin Kestner ist stolz Macht. Ich sage unendlich Dankbar! Ich wünsche gehörlosen Familie viele Glücklich weiterleben.

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  • Norbert Pfeuffer
    1. Februar 2019 10:43

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Wichtig nur entscheidung ,was sagen Hörgeschädigte Eltern ?
    Hörgeschädigte Eltern sagen „Nein „,dann warum Arzt weiter kämpfe ,da denkt nur Geld ?
    Schande – Arzt !!!

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  • Marko Josko
    1. Februar 2019 11:27

    Dachte schon, man lebt hier in einem DISKRIMINIERUNGSLAND. Mich wundert es nur, wie kann es sein, dass das Jugendamt nicht selbst festgestellt hat das es sich nicht um eine KINDESWOHLGEFÄHRDUNG HANDELT.
    Sorry, das ich es so sage.
    DAS JUGENDAMT SELBST HAT EINEN SEHR SCHLECHTEN RUF. Und der Arzt in Braunschweig hat nur GELD, FORSCHUNG UND VERSUCHE gesehen und nicht um das wohl der MENSCHEN KINDERN und BEHINDERTEN gesehen.

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  • Anja Steinbock
    1. Februar 2019 11:29

    Jeder ist für das Risiko bewusst . Es darf nicht versteckt werden, dass es Betroffene gibt wie mich. Also Ärzte haben das nicht zu sagen. Mein Freund trägt CI und ist zufrieden hören zu können Das ist die Entscheidung seiner Eltern meine ebenso und weil sie um meine Zukunft sorgten. Mit CI höre ich so gut wie nichts, scheint abzustoßen zu sein. Heutzutage muss man keine Sorgen mehr machen. Es gibt viele Unterstützungen, Förderungen, Angebote etc. Du bist nicht allein bzw. Isoliert. Mit CI wirst du nicht hörend und bleibst hörgeschädigt, weil man die Situation nicht immer alles wahrnehmen kann. Gruppengespräch, Schwimmen, im Schlaf… Ich freue mich, dass es abgeschlossen ist und wünsche der Eltern alles Gute. Denkt bitte immer zuerst dran mit Hörgerät auszuprobieren anstatt gleich CI Angebot zu bekommen , wenn das Restgehör heile ist.

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    • Du hast ja richtig geschrieben, vergesse ich nicht, dass du mit CI und Nähe am Computer nicht vertragen bzw. gestört am Lautsprecher.. LG OSTSEEDOM 😉

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  • Alexander Schweitzer
    1. Februar 2019 11:56

    Sei froh seine Familien gegen Doktor 1 : 1 dann Gericht beschlossen werde nicht mehr zwang CI dann dein Kind wird glücklich und genug mit Hörgeräte hauptsächlich Gesundheit. Damals ich nicht vergessen war ich klein ungefähr 12 Jahren alt Doktor versuchen beeinflusst auf mein Mutter viel besser Sohn soll mit CI dann mein Mutter knallhart sage nein lassen Sohn Hauptsache Gesundheit und Gehörlos ist Natur. Ich wohne in Südtirol ( Italien ) gesetzt verboten Doktor dürfte nicht anzeigen Gericht. Aber Doktor wolltest nur versuchen wenn jeden Leute will nicht dann Doktor sofort akzeptiert. Aber ich sehe Vlog findest grausam aus Braunschweig selbst Doktor Göslar respektlos und trotzdem Kritik anzeigen zum Gericht findest nicht schön. Ich siehe man Doktor bedeutet Diskriminiert für Gehörlos.

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  • Ines Zabelt
    1. Februar 2019 12:19

    Ich bin so froh und glücklich, das es gut ausgegangen sind. Ich hoffe, das das Jugendamt das einsieht. Jugendamt versteht die gehörlose Welt nicht. Lass es so leben, bis Er/Sie selbst im bestimmten Alter entscheidet. Glückwunsch! Und große DANKE an Karin Kestner.

    Antworten
  • Daniel Lankes
    1. Februar 2019 12:29

    lankes.daniel@gmail.com
    Ich war leben zwanzig CI. Mein Sohn Schäden vor ca 2004 bis 2006 wir haben verloren Gericht hat zwanzig CI schon durch Arzt und judendamt. Möglich Anzeige schmerzgeld Schäden schon länger ??

    Antworten
  • Roman Wagner
    1. Februar 2019 13:40

    An alle Verfasser der Kommentare : Ihr habt leider nicht verstanden , dass die gehörlosen Eltern das Verantwortung trägt. Trotzdem beglückwünschen sie an die Eltern der tauben Opfer. Ich erkläre euch nochmals: Ärzte von HNO in Braunschweig hatten an Jugendamt gesagt , dass sie den gehörlosen Kind nicht operieren wollen. Darum hatte das Jugendamt anschließend gegen seine Eltern angezeigt wegen Kindswohlgefährdung . Glauben Sie, dass die Ärzte alles schuld sind. FALSCH….Ärzte können wegen Ethik nicht zwingen , sondern vor allen Eltern , ob hörend oder gehörlos sind. KAPIERT….

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    • Du musst hier nicht so großmäulig auftreten. Das mag kein Mensch. Einfach freundlich und sachlich schreiben als wären wir alle nicht gehirnamputiert. Merci

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  • Hi Anja Steinbock, du hast ja richtig geschrieben, vergesse ich nicht, dass du mit CI und Nähe am Computer nicht vertragen bzw. gestört am Lautsprecher.. LG OSTSEEDOM 😉

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  • Ich bin mit 50 Jahren ertaubt. 2017 habe ich ein CI bekommen. Ich bin jetzt 53 Jahre alt, es war die Beste Entscheidung die ich in den letzten Jahren getroffen habe. Ja, ich kenne so viele Gehörlose und an Taubheit grenzende Menschen, leider verstehe ich nicht warum Ihnen nicht geholfen werden soll.
    Gebe nur mal ein Beispiel. Wenn die Hüfte kaputt ist lassen sich viele Menschen eine Hüftprothese einsetzen. Es kann nach der Op Probleme geben, aber vielen Patienten wird geholfen sie sind schmerzfrei und können wieder gut laufen. Warum gibt es da nicht so eine ablehnende Haltung?
    Vielleicht wird der Junge mit den Eltern später Probleme bekommen weil sie die Chance eines CI nicht genutzt haben. Wenn wie im Text geschrieben ,Hörgeräte ausreichend sind, dann verstehe ich nicht warum CI implantiert werden sollte. Es wäre gut, die Meinung vom Jugendamt zu kennen.
    LG Jens

    Antworten
    • Tobias Krug
      2. Februar 2019 10:33

      Bitte gut überlegen. ci zwang bedeutet arzt macht. Arzt wollte gegen Willen von Eltern entmachtet. Das war genau in nazi – Zeit viele gehörlos hat ZWANGSSTERILISATIONEN. Ich bin zufrieden bei Gericht. Ich bin auch ci Träger. Aber ich bleibe gehörlosgemeinschaft. Ich bin seit Geburt gehörlos.

      Antworten
    • Ich arbeite seit vielen Jahren in einem Jugendamt.
      Niemals hätte ich da mitgemacht.
      Gehörlosigkeit ist keine Kindeswohlgefährdung! Basta.

      Antworten
  • Da freut mich schon deswegen über CI und ich kenne schon sehr lange und Ärzte genau wie nazi und viel Gehörlosen kämpfen weiter über CI sollen abschaffen schon in aller Welt haben schon als ein erfahren . Bin geboren als Hörend bis 2. Jahre war ich Koma wegen mein Trommelfell . Und meine Eltern sind Sprachlos und möchte mit Kind zu behalten . Bis heute bin ich Gehörlos . Das heißt „ Ich bin Gehörlos , das ist auch gut so „ .

    Antworten
  • Als blinde Mutter weiß ich, dass man schnell in den Focus des Jugendamts geraten kann, und dass wir Eltern mit Behinderung eine stattliche Anzahl Miterzieher unser Eigen nennen dürfen. Dabei wird gern übersehen, dass wir ebenso die Verantwortung für unsere Kinder und unser Handeln tragen müssen. Niemand hat das Recht Eltern zu einem solchen Eingriff zu zwingen. https://lydiaswelt.com/

    Antworten
  • Ich noch mal. Jetzt erklärt mir doch einer mal was das Thema Ci mit einen Nazi Arzt zu tun hat. Der Arzt hat sich nicht für eine Abtreibung, ein töten nach der Geburt oder ein wegsperren in eine Psychiatrie für den gehörlosen Jungen stark gemacht. Er wollte die besten Chancen für sein weiteres Leben ausloten. Eine Klage ist auch in meinen Augen nicht der richtige Weg. Es wäre einfach richtig, wenn die Eltern davon überzeugt werden was ein CI für Chancen bieten kann. Klar kann es auch sein, dass ein CI nicht den gewünschten Erfolg bringt. Ich kann die gehörlosen Gemeinschaft in dieser Richtung nicht verstehen. Es wird so getan als ob gehörlos sein, dass schönste auf Erden ist. Ich bin taub aber freue mich jeden Tag mit CI die Welt hören zu können.

    LG Jens

    Antworten
    • Meiner Ansicht nach geht es bei der Bezeichnung “Nazi-Arzt” darum, dass man hier zwangsoperieren soll, obwohl keine medizinische Indikation besteht. Es ist ein körperlicher Eingriff, der eine Operation benötigt. Ein Erwachsener kann sich jederzeit zu Operationen – auch ohne medizinische Indikation wie bei Schönheitsoperationen – entscheiden, sofern er ordnungsgemäß aufgeklärt wurde. Kleinkinder und Babys verstehen gar nicht, worum es geht, darum müssen die Eltern entscheiden. Und da die Eltern gehörlos sind und sich auf Gebärdensprache und Hörgeräte verlassen, haben sie sich über das Cochlea Implantat informiert und dagegen entschieden.

      Es wird Kinder geben, die ihren Eltern später vorwerfen, dass sie kein CI als Baby bekommen haben. Es wird Kinder geben, die ihr CI später nicht benutzen wollen oder bei denen das CI nicht so gut funktioniert. Jeder operative Eingriff ist mit gewissen Risiken verbunden. Was das Gericht aber gesehen hat, ist, dass hier ein Kind gegen den Willen der Eltern operiert werden sollte. Das Gericht hat nicht gesagt, dass CI schlecht sind, sondern nur, dass sich Ärzte/Krankenhäuser/Anwälte nicht darüber hinwegsetzen sollen, was die Eltern des Kindes wollen. Immerhin haben sie sich Gedanken gemacht, sind selbst gehörlos und haben weitere gehörlose Kinder ohne Implantat und überlegen sich, was sie tun sollen, damit ihr hörendes Kind richtig versorgt ist. Das Ergebnis wäre vielleicht anders ausgefallen, wenn die Eltern hörend gewesen wären und gesagt hätten, dass sie aus Kostengründen kein CI für ihr Kind wollen oder weil sie gegen Operationen im Allgemeinen sind.

      Antworten
  • Erstmals möchte ich an die Gehörlosen Eltern für das erfolgreiche Gerichtsverhandlung über ausgeschlossene Kindeswohlgefärdung beglückwünschen. Der Arzt aus Braunschweig HNO Klinik die nur das CI anbietet, dass die Eltern es ablehnt und dann anschließend an Jugendamt alarmiert, dabei Jugendamt es auch sieht, dass CI Verweigerung als Kindeswohlgefärdung ist für mich ein Dorn im Auge. Ich finde der Arzt musst viele Möglichkeiten an betroffene gehörlose oder hörende Eltern vorschlagen (z.b. Hörgeräte, Gebärdensprache oder CI). Die Ärzte die nur CI Vorschlag zeigt sind entweder Geldgierig oder haben keine Ahnung von Gehörlosenwelt und Möglichkeiten mit dem Hörgerät. Ich würde auf der Stelle zuerst Hörgerät probieren ob das funktioniert mit dem hören. Es kann auch sein dass Hörgerät doch super funktioniert, sodass CI nicht nötig sei und das wäre zu schade um sinnlose OP ohne vorher auszuprobieren. Wenn die Eltern das Kind gehörlos bleiben will, das respektiere ich Wunsch der Eltern. Ich weiß auch, es gibt viele glückliche, erfolgreiche Lebensweg trotz Gehörlos in der Zukunft gibt. So das wars von meine Meinung. VLG ^^

    Antworten
  • TheaTralisch
    5. Februar 2019 17:02

    Ich bin sehr zwiegespalten denn ich erlebe die unterschiedlichsten Hörbehinderungen im Betrieb als Schwerbehindertenvertreterin. Im Berufsleben und der Ausbildung kommen die jungen Leute am Besten klar, die ganz früh implantiert wurden. Wichtig finde ich auch eine inklusive Beschulung. Wir haben da einige tolle und selbstbewusste junge Leute. Einige Kollegen probieren die Implantation im höheren Lebensalter z.B. weil sie das Augenlicht ebenfalls verlieren, da dauert es Jahre oder funktioniert schlecht. Sie müssen ja erst hören lernen und das ist sicher schwer. Bei Gehörlosen Menschen ist leider das Schriftsprachverständnis oft nicht gut. Es gibt häufig Missverständnisse. Die Ausbildungen in den Ausbildungsstätten sind auf dem Arbeitsmarkt nichts wert. Auf der anderen Seite steht eine risikoreiche Operation am Kopf.

    Antworten
  • Peter Brinker
    5. Februar 2019 20:03

    Lieber Jens,
    ich kann gut verstehen, dass Sie als spätertaubter Mensch super zufrieden sind mit dem CI. Für Sie ist das die beste Möglichkeit, den erlittenen Hörverlust so gut wie möglich auszugleichen. Ich weiß nicht, ob sie verstehen, dass für die Kulturgemeinschaft gehörloser Menschen sich das komplett anders darstellt: ein Säugling hat ja keine Erfahrungen mit Lautsprache (die Sie 50 Jahre lang hatten). CI-tragende Kinder müssen sich mit viel Mühe einen Platz in der Welt hörender Menschen erkämpfen. Ich kann gut verstehen, dass das gehörlose Menschen Vorbehalte haben. Ein CI ist eben KEINE HÜFTPROTHESE – es greift gerade bei Neugeborenen viel tiefer in deren Identität ein. Ich kann Tobias Krug schon ein wenig verstehen: er sieht einen möglichen Zwang, das gehörlose Eltern ihrem ebenfalls gehörlosen Kind ein CI implantieren lassen müssten auf einer Linie von Zwangsmaßnahmen gegen die Gemeinschaft der Gehörlosenn, die es schon in der NS-Zeit gab. Ob der Vergleich passt, ist sicher zu diskutieren.

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    • Sehr guter Kommentar. So ist auch meine Meinung.
      Leider erlebe ich bei Gehörlosen oft, dass immer CI abgelehnt wird. Ein CI hat auch Vorteile.
      Aber Zwang ist keine Lösung und Familien dürfen nicht gezwungen werden.
      Die Eltern entscheiden. Richtig so.

      Antworten
  • […] Urteil im CI-Zwang-Fall: Keine Kindswohlgefährdung […]

    Antworten
  • Norbert Pfeuffer
    14. Februar 2019 13:06

    Sehr gut -korrekt !

    Antworten
  • […] letzten großen Schlachten gingen um die Umsatzsteuerdebatte der Dolmetscher und den „CI-Zwang“ von Goslar. Bei der Umsatzsteuer hatte sie kein Glück, aber die Goslarer Familie unterstützte […]

    Antworten

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