Das GEZ-Logo, rot durchgestrichen, vor einer Skyline der Stadt Köln

Demo gegen Rundfunkbeitrag geplant

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Der schwerhörige Aktivist Björn Blumeier hat angekündigt, am 2. Oktober 2019 in Köln eine Demonstration für mehr Untertitel im Fernsehen zu organisieren. Beginn ist um 11 Uhr am Breslauer Platz beim Kölner Hauptbahnhof. Die Demonstration richtet sich gegen den Rundfunkbeitrag (= die sogenannten „GEZ-Gebühren“). So würden Menschen mit Hörbehinderung für ein Angebot bezahlen, das sie wegen fehlender Untertitel nicht nutzen könnten. Aktuell zahlen unter anderem Inhaber des Merkzeichens „RF“ den ermäßigten Rundfunkbeitrag in Höhe von 5,83 Euro/Monat. Blumeier nennt in seinem Aufruf auf Facebook eine Quote von „20-30 %“ Untertitelung für „mehrere öffentlich-rechtliche Sender“, ohne jedoch genauere Zahlen zu nennen.

Der SOZIALHELDEN-Gründer und Aktivist Raul Krauthausen wies Blumeier in einem Kommentar zu seinem Facebook-Video darauf hin, dass sich die 30 Prozent auf alle TV-Sender im deutschen Fernsehen beziehen. Das schließt neben den öffentlich-rechtlichen auch private Sender ein. „Die privaten Sender sind aber nicht zu UT oder Audiodeskription verpflichtet. Das finde ich ein wichtigeres Thema, als die Abschaffung des Rundfunkbeitrages!“, so Krauthausen. Die ARD gibt auf ihrer Webseite eine Untertitel-Quote von 96 Prozent an. Der Norddeutsche Rundfunk meldete zuletzt 2017 eine Quote von 81 Prozent, d.h. mehr als 19 Stunden pro Tag. Nur etwas weniger sind es nach eigenen Angaben beim ZDF mit 76 Prozent. Auf Nachfrage der DGZ entgegnete Blumeier: “Es mag sein, dass ein Großteil der Sendungen inzwischen untertitelt ist, aber von 24 Stunden Untertiteln sind wir noch weit entfernt. Schau mal nach Frankreich, da ist alles, aber wirklich alles untertitelt: Musik, Werbung, alles!”

Neben der Untertitelung kritisiert der „Bad Boy“ des Aktivismus (DGZ 02 | 2017) auch fehlende Gebärdensprachdolmetscher-Einblendungen in ARD und ZDF. „Viele Gehörlose zahlen immer noch Rundfunkgebühren. Da müssen Millionen zusammenkommen, das muss doch reichen für Dolmetscher und Untertitel?” Nach dem Motto „Erst geben, dann nehmen“ fordert Blumeier, dass die „GEZ“ erst barrierefreien Zugang zum Fernsehen „geben“ soll, bevor sie den Rundfunkbeitrag „nimmt“. Die Demonstration organisiert Blumeier mit seinem Verein I.D.E.A.F. Die Abkürzung steht für „International Deaf Enventment Agency Fedaration“ (etwa: Internationale taube Veranstaltungs-Agentur-Vereinigung).

Blumeier hatte in der Vergangenheit mit seinem Zwillingsbruder Arne bereits von sich reden gemacht, indem er ab 2000 die Technoparty-Reihe „Maydeaf“ organisierte. Daraus entwickelte sich 2011 die „Miss & Mister Deaf Germany“-Reihe, die angelehnt an Germany’s Next Topmodel hörbehinderte Schönheitsköniginnen und -könige kürt. 2013 führten die Geschwister die erste „Deaf Tattoo Convention“ durch. 2016 wandten sie sich dem Aktivismus zu und führten ihre erste Demonstration durch. Unter dem Motto „Hart gegen Barrieren“ demonstrierten sie an zwei Tagen hintereinander mit insgesamt 1.000 Menschen in Berlin. 2017 folgte dann eine zweite Ausgabe der Demo vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, an der sich auch der Deutsche Gehörlosen-Bund beteiligte. 

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