Erste Eindrücke der neuen Notruf-App

nora – so heißt die bundesweite Notruf-App, die voraussichtlich ab April dieses Jahres verfügbar sein wird. Dazu hatte das NRW-Innenministerium als federführende Stelle zum Jahreswechsel eine Umfrage erstellt, bei der Teilnehmer unter mehreren möglichen Namen für die App wählen konnten. Dabei wurde „der Name nora in der Umfrage am besten bewertet und ist jetzt der offizielle Name der Notruf-App“, heißt es in einem Newsletter. Zudem werden erstmals Einblicke in das mögliche Aussehen von nora gewährt. So scheint die App mit drei Farben schlicht gehalten zu sein: rot und blau vor einem weißen Hintergrund.

Ein Entwurf, wie die App möglicherweise aussehen könnte

Für die Nutzung der App wird eine vorherige Registrierung notwendig sein, um dem Missbrauch der App vorzubeugen und einen zuverlässigen Betrieb in den Leitstellen sicherzustellen. Dazu müssen der Name und eine gültige Handynummer angegeben werden. Außerdem kann man angeben, ob ein Sprachanruf möglich ist. Auch wenn diese Angabe freiwillig ist, sei sie für die Leitstellen sehr wichtig zu wissen, so das Innenministerium. Dann wisse man, in welchen Fällen man eher den Chat nutzen sollte. Weitere wichtige Informationen können für den Notfall abgespeichert werden.

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat 2019 die Projektführung der App für alle Bundesländer übernommen und informiert seit vergangenen September mit Newslettern über die Entwicklung. Seit August letzten Jahres wird an der App gearbeitet. Um die App für alle barrierefrei zu machen, wurde sie von einer Arbeitsgruppe des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben für Menschen mit Sinnesbehinderungen getestet. In dieser Gruppe sind Menschen mit verschiedenen Behinderungen vertreten. „Damit konnte insbesondere das Aussehen und die Ergonomie (=Benutzerfreundlichkeit) weiter verbessert werden“, heißt es im Newsletter.

Derzeit gibt es mehrere sogenannte Notruf-Apps. Allerdings können gehörlose Nutzer mit diesen nicht direkt mit einem Notfalldienst beziehungsweise einer Leitstelle kommunizieren. nora wird die erste ihrer Art sein.

Bilder: Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen

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16 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Dieter Blumenau
    6. Februar 2021 12:11

    Ich bin Gehörlose

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  • Ich bin gehörlose

    Antworten
  • Rolf Wendlandt
    6. Februar 2021 15:58

    Keine gute Idee. Denn nora ist kommerziell wie anderer NotrufApp für Gehörlose, weil wir unsere Daten an nora angeben müssen. Notruf für Hörende sind besser gegen Daten geschützt. Sonst glaube man, Gehörlose sei Missbrauch gegen die Leitstelle anzuwenden. Ausserdem müssten die Gehörlosen das Symbol in der Smartphone nora vermerken. Bei Nothilfe müssten sie den Symbol in vielen Apps suchen. Nach laufenden Jahren vergisst man, wo das Symbol liegt.
    Wir fordern vernünftigen Notruf für Gehörlose wie alle Notruf für Hörende.

    Antworten
    • Deutsche Gehörlosenzeitung
      8. Februar 2021 12:22

      Hallo Rolf. nora ist keine kommerzielle App, sondern wird von der Bundesregierung kostenlos zur Verfügung gestellt. Außerdem werden, nach Angaben des NRW-Innenministeriums, die angegebenen Daten nur dann an die Leitstelle gesendet, wenn ein tatsächlicher Notruf abgesetzt wird. Die Informationen sind bis dahin nur auf dem mobilen Endgerät gespeichert. Alle Daten eines Notrufs werden zudem eine Zeitlang sicher in den jeweiligen Leitstellen verwahrt.

      Antworten
  • David Siebert
    11. Februar 2021 8:00

    Ich bin dagegen mit APP. Normale Leute können mit gesperrte Handy von fremde Besitzer*in anrufen, aber Gehörlosen können nie und nimmer mit gesperrte Handy von fremde Besitzer*in aktivieren. Wie können Gehörlosen die gesperrte Handy von fremde Besitzer*in entsperren?
    Eigentlich müssen die Handy-Hersteller die Notruf für Gehörlosen einbauen, um die gesperrte Handy für Gehörlosen nutzen werden können.

    Antworten
  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich befasse mich seit über 20 Jahren, als Administrator einer Leitstelle, mit dem Thema “Notruf für Gehörlose und Hörgeschädigte”. Auch wir haben Ihnen in der Vergangenheit mehre Möglichkeiten geschaffen um Ihnen einen kostenneutralen Notruf zur Verfügung zu stellen. Ich selbst habe in mehreren Ihrer Dachverbände dazu Vorträge gehalten und mit Ihnen diskutiert. Leider scheiterte es immer genau aus den bisher von Ihnen genannten Gründen. Entweder wollten Sie kostenfrei auch noch mit anderen Menschen kommunizieren ohne einen Notruf abzusetzen oder Sie wollen komplett anonym bleiben. So wird es leider nicht funktionieren. Sie haben nun einmal bedauerlicherweise ein Handicap was derartige Notruf-Systeme nicht zu 100% kompensieren können. Kein Notruf-System der Welt kann Ihnen das Hörvermögen zurückgeben. Mit diesem neuen System wird aber erstmals bundesweit ein (für Sie ebenfalls kostenfreier) Dienst für alle Leitstellen geschaffen um einigermaßen barrierefrei mit Ihnen zu kommunizieren. Bitte nehmen Sie diese einmalige Chance an und verurteilen Sie das System nicht bereits vorher. Der Grundgedanke, das System bereits Herstellseitig zu installieren, ist lobenswert. Leider sind die Hersteller der modernen Telefone nicht in Deutschland zu finden!

    Mit freundlichem Gruß B.Wichmann

    Antworten
    • Klaus Büdenbender-Deutscher Faxnotruf
      3. Mai 2021 11:32

      Sehr geehrter Herr Wichmann,
      es ist schon interessant, wenn man sich hier die Komentare so anschaut. Ich selber beschäftige mich seit 1999 mit dem Thema “Hörgeschädigten Notruf” und war maßgeblich am Notfall-Telefax beteiligt. Bedauerlicher Weise scheitert in der Gehörlosengemeinschaft immer etwas an irgendwelchen Gegebenheiten. Das ist sehr schade. Soweit ich NORA bislang testen konnte, behaupte ich mal, dass diese App sehr gut gelungen ist. Natürlich bleiben Wünsche offen und ich kann durchaus verstehen, dass die Gehörlosengemeinschaft sich nicht wirklich wiederfindet. Aber man sollte vielleicht auch mal bedenken, dass NORA noch ausbaufähig ist. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich da im laufe der Zeit auch noch einiges ändern wird. Also liebe gehörlosen Freunde, einfach mal zufrieden sein!!

      Antworten
      • Hallo Herr Wichmann,
        ich bin seit über 20 Jahren Mitarbeiter einer Bayerischen Rettungsleitstelle bzw. Integrierten Leitstelle (ILS). Daher ist mir auch das Notruffax bekannt, nach meiner Erfahrung wird diese Notrufmöglichkeit ausgesprochen selten genutzt. Dabei ist es zumindest in Bayern problemlos möglich das Fax an die kostenfrei Notrufnummer 112 zu senden. In allen Bayerischen Leitstellen ist im Monitor für die Notruf- und Anrufannahme extra eine Taste eingerichtet die auf der Notrufnummer 112 eingehende Faxe auf das Notruffaxgerät der entsprechenden ILS umleitet. Eingehende Faxe auf dem Notruffaxgerät werden solange akustisch und optisch signalisiert bis eine aktive Deaktivierung stattfindet. Es ist also ausgesprochen unwahrscheinlich, dass ein Notruf per Fax übersehen oder zeitverzögert angenommen wird.
        Der Eingang eines Notrufes über die Nora Notruf-App kann nicht direkt im Einsatzleitsystem signalisiert werden, sondern nur über den Umweg eines zweiten Rechnersystems das nicht mit den Rechnern des Einsatzleitsystems verbunden ist, dem sogenannten Verwaltungsrechner. Dieses birgt die Gefahr der verzögerten Notrufannahme. Des weiteren kann auf Grund der Personalsituation (zumindest in meiner ILS) die zuverlässige Kommunikation über die in der Nora-App versprochene Chatfunktion nicht sichergestellt werden. Immerhin fällt diese*r Mitarbeit*in in dieser Zeit für die Annahme weiterer Notrufe aus.
        Ebenso funktioniert die Standortübermittlung nur wenn das Handy für die Verwendung mobiler Daten freigeschaltet ist bzw. das Handynetz am Standort der Notrufabgabe ein mobiles Datennetz verfügbar ist. Als Mitarbeiter einer den Alpen nahen ILS erlebe ich immer wieder, dass mobile Daten nicht verfügbar sind, weil es das Netz nicht her gibt oder der Notruf mangels eigenem Netz per Routing ein Fremdnetz vermittelt wird, funktioniert übrigens nur bei der Notrufnummer 112. Im übrigen wird auch beim Notruf 112 der Standort via Automatic Mobile Location (AML) übertragen. Dieses ist ein Standard der für Mobilfunkanbieter europaweit, zwingend verbindlich ist, dabei wird sowohl eine deaktivierte GPS Ortung als auch die Übertragung der mobilen Daten beim Notruf vorübergehend, zwangsweise eingeschaltet. Allerdings sind auch noch ältere Smartphone und Handys im Umlauf bei denen diese Technik nicht funktioniert, ich bezweifle allerdings, dass die Nora-App auf diesen Handy zuverlässig funktioniert.
        Aus genannten Gründen bin ich der Meinung, dass die Notruf-App genauso wie alle anderen Notruf-Apps bzw. Notruffunktionen in Apps eine falsche Sicherheit vermitteln und halte sie aus diesem Grund sogar für gefährlich.
        Ein gutes Beispiel für die Verzögerung von Notrufen ist wohl der Hausnotruf. Hier erleben sehr oft und zunehmend, dass Angehörige und sogar Pflegekräfte die vor Ort sind und problemlos den Notruf 112 wählen und reden können die Hausnotruftaste drücken um dann erst einmal der Telefonzentrale des Anbieters die (Notfall-)Situation schildern, welche dann die zuständige Rettungsleitstelle per Telefon über eine benachrichtigte Telefonleitung informiert. Diese führt zur unnötigen Notrufverzögerungen von mehren Minuten, nimmt den Mitarbeitern die Möglichkeit ein qualifiziertes Meldebild zu erstellen sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen bis hin zur Telefonreanimation anzuleiten.
        Deshalb ist meine Empfehlung nutzen Sie soweit irgend möglich die Notrufnummer 112, ggf. auch per Fax, dieses ist der zuverlässigste Weg!

        Antworten
  • Michael Knaut
    2. April 2021 11:23

    Hallo!
    Ich bin Hörgeschädigt und Ich interessiere mich sehr über diese Notfall app. Wann genau kommt es denn im April 2021?
    LG M.Knaut

    Antworten
  • […] April sollte die Notruf-App „nora“ erscheinen, die speziell auf gehörlose Menschen angepasst sein soll. Nun haben wir schon Ende […]

    Antworten
    • Ede Fricke
      29. Juni 2021 10:09

      Laut eines Gerichtsurteiles muss diese App jedermann zu jeder Zeit zur Verfügung stehen Es gibr erhebliche Probleme in der Umsetzung an den Leitstellen – dieses System ist nicht kompatibel mit den genutzten Systemen | Polizei und andere Leitstellen befürchten den Missbrauch dieser App in großem Maße | die App wird für “jedermann” offen stehen | nur mal so zur Einstufung – bei ungefähr derzeit 2000 Anrufern pro Tag ( hier Hamburg als Ausgangssituation ) liegen die Scherz/Fakeanrufe mit Sicherheit bei über 10%. Wenn nun diese”Scherzbolde” die App als neues Kommunikationsmittel entdecken wird es einen erheblichen Aufwand bedeuten.

      Antworten
  • Eine App die den Besitz einer eigenen Handynummer vorraussetzt ist aber für gehörlose auch nicht optimal.
    Ich bin gehörlos und habe kein Handy oder eine eigene Nummer, wozu auch? Ich höre ja nichts.

    Antworten
  • Wieso wurde der Kommentar gelöscht? Traurig dass man die Wahrheit nicht hören will. Ich bin spätertaubt und habe nichtmal ein Smartphone. Wie soll ich nora nutzen?

    Antworten
    • Der Kommentar wurde nicht gelöscht. Sämtliche Kommentare werden von uns freigegeben bzw. gelöscht (wenn Spam). Deine beiden Kommentare haben wir soeben freigeschaltet.

      Antworten
  • Andreas Muchow
    21. September 2021 20:08

    Gerne kann auch das bereits bestehende europäisch patentierte #Notruf #App System “WIS Emergency” mit DGS-Notruf kostenlos getestet werden. Diese App wurde von und für #Gehörlose mehrsprachig für den weltweiten Einsatz mitentwickelt. Info & Download hier: https://worldinsign.de/wis-barrierefreier-notruf/

    Antworten
  • Hans Heinrich
    25. September 2021 22:35

    Hurra, die App ist da, zumindest konnte ich sie im App-Store für iOS / Apple finden/herunterladen.
    nora – notruf-app

    Antworten

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