Werner H. Kliewer ist gestorben

Sportfunktionär Werner H. Kliewer gestorben

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Der Sportfunktionär und ehemalige DGZ-Inhaber Werner H. Kliewer ist am 2. März 2020 in Essen gestorben. Kliewer wurde am 29. März 1938 in Danzig hörend geboren und ertaubte 1944. Er besuchte verschiedene Gehörlosenschulen in Danzig, Hildesheim und Neuwied und wurde zum Schriftsetzer ausgebildet. Den Beruf übte er von 1953 bis 1971 in Neuwied aus. Danach war er 32 Jahre lang hauptamtlicher Generalsekretär im Deutschen Gehörlosen-Sportverband (DGS) , dieses Amt hatte er bis 2003 inne, als er 65-jährig in den Ruhestand trat. Außerdem war er jahrzehntelang für die Sportbeilage der Deutschen Gehörlosenzeitung zuständig. 1977 wurde er zudem Mit-Inhaber des Deutschen Gehörlosen-Verlages, bis er ihn 2009 an die heutige Inhaberin Kerstin Reiner-Berthold verkaufte.

Auch auf internationaler Ebene engagierte sich Kliewer, der zuletzt mit seiner Ehefrau in der DGS-Stadt Essen lebte, für den Sport: Er war von 1987 bis 2002 Generalsekretär des europäischen Gehörlosensportverbands (European Deaf Sport Organization, EDSO) und danach noch zwei Jahre Sportkoordinator und Schatzmeister desselben Verbands. 2016 wurde Kliewer durch den EDSO zum Ehrenmitglied ernannt, da er die Gründung des europäischen Verbands maßgeblich initiiert hatte, so der damalige EDSO-Präsident Björn Roine.

Für den Deutschen Gehörlosen-Bund war er von 1969 bis 1983 Beisitzer und Jugendreferent. Sein ehrenamtliches Engagement reichte fast bis zu seinem 80. Geburtstag: Erst 2017 gab er seinen 2. Vorsitz beim Gehörlosenverband Bergisch Land auf. So hatte er in zahlreichen Verbänden von der Kommunal- über die Landes- bis zur Europaebene mitgewirkt und auch 1981 die damals noch Welt-Sommerspiele genannten Deaflympics in Köln mitverantwortet.

In seiner Ehrung zum 80. Geburtstag von Kliewer spricht der DGS davon, dass die Amtszeit von Kliewer (zusammen mit dem anderen DGZ-Inhaber Friedrich Waldow) „eine der produktivsten in der Geschichte des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes“ gewesen sei. „Was Heinrich Siepmann begann, führten Friedrich Waldow und Werner H. Kliewer weiter und verschafften dem Gehörlosensport in Deutschland eine solide Basis.“ Zu den Ehrungen, die Kliewer erhielt, zählen die Heinrich-Siepmann-Medaille des DGS, die Silberne Ehrennadel des Weltverbands des Gehörlosensports, die NRW-Sportplakette und das Bundesverdienstkreuz am Bande. In zahlreichen Vereinen war er Ehrenmitglied.

Werner H. Kliewer wurde fast 82 Jahre alt. Er hinterlässt seine Ehefrau Rosemarie Kliewer.

Foto: Land NRW/Andrea Bowinkelmann

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