Schwule Väter: Zwei Männer mit zwei Kindern (Bild: fotolia/Adam Radosavljevic und Monkey Business)

Wunschkinder unter dem Regenbogen

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Vor 31 Jahren legte Gunter Trube als Revolutionär der tauben Schwulenszene den Grundstein für mehr Toleranz und Akzeptanz. Heute sind Homosexuelle ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Doch in einem Bereich agieren schwule Taube noch als stille Einzelkämpfer: Beim Traum vom Vatersein
Von Jasmin Neuhaus

„Papa, Mama. Wann heiratet ihr?“, fragt die vierjährige Marla laut im Bus. Den Eltern stockt für einen Moment der Atem. Wie erklärt man einem Kind, dass Papa schwul ist und es ganz besondere Eltern hat? Marlas Vater Nico Bretschneider träumte als schwuler Mann von einem eigenen Kind und fand sein Glück mit Nadine, die als alleinstehende heterosexuelle Frau einen Vater für ihr Kind suchte.

In Deutschland soll es 200.000 bis 300.000 schwule Väter und Ehemänner geben. Über die Anzahl tauber homosexueller Väter gibt es keine offiziellen Zahlen. Es liegt aber auf der Hand, dass diese verschwindend klein ist. Wie leben schwule Gehörlose mit Kinderwunsch in Deutschland, 31 Jahre nach der Gründung des ersten Vereins „Verkehrte 85“ für taube Schwule und Lesben? Die DGZ stellt vier verschiedene Geschichten vor – vier verschiedene Träume.

Der gebürtige Bayer Markus Neumeier ist ein traditioneller Bursche. Früher war er als schriller, bunter Friseur im Münchner Raum bekannt. Heute scheint er erwachsen geworden zu sein. Die bunten Farben seiner Kleider und Haare sind davongeflogen, der trendige Vollbart lässt ihn gleich maskulin und väterlich wirken. Ja, Markus und sein Ehemann Alysson wünschen sich ein Kind. Noch möchte er ein paar Jahre warten, aber dann möchte der 34-jährige Mainburger Familienvater sein.

Ein häufig gewählter Weg für Homosexuelle mit Kinderwunsch ist die Aufnahme von Pflegekindern. Bei den befragten schwulen Paaren der Kölner Regenbogenfamilien-Studie „Wir sind Eltern“ sind neun von elf Kindern Pflege- oder Adoptivkinder (82 Prozent). Häufig werden Pflegekinder später adoptiert. Doch eine Adoption für gleichgeschlechtliche Paare ist in Deutschland noch schwierig. Für diesen Weg der Familiengründung bleibt eine Auslandsadoption. Darüber haben Markus und Alysson bereits nachgedacht und sich bei einer Beratungsstelle für hörende Homosexuelle informiert. „Ich möchte aber nicht, dass das Jugendamt uns ständig kontrolliert“, gibt der bärtige Mann zu bedenken. Seine Kollegin, die als Pflegekind aufgewachsen ist, riet ihm davon ab.

Als Mittdreißiger entdeckte der taube Peter* die ersten Gefühle zu einem Mann. „Ich war verheiratet mit einer Frau und hatte ein Kleinkind“, berichtet er. Nach einem Flirt in einer Bar kam es nach dem Austausch der Handynummern zum ersten Date mit einem Mann. Später outete er sich innerhalb der Familie. Seine Frau und seine Eltern hofften, dass er bei ihnen bleibt. Nach einer Therapie entschied sein Verstand: „Ich wählte den Weg mit meiner Familie. Ich wollte mein Kind aufwachsen sehen.“

Eine Studie des Bundesfamilienministeriums ergab, dass es bundesweit bis zu 300.000 Väter und Ehemänner gibt, die eigentlich schwul sind. Nach Dirk Overwin, Sprecher der Bundesvereinigung der Selbsthilfegruppen schwuler Väter, bemerken 98 Prozent erst im Laufe ihrer Ehe, dass sie sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Peter ist einer davon. Wie er offenbaren sehr viele ihre wahre sexuelle Orientierung nicht, weil sie ihre Familie nicht verlieren wollen.

Wenn Marla und Milla, die kleinen Töchter von Nadine und Nico, später ihre Familie vorstellen müssten, dann würden sie wohl sagen: „Mein Vater ist schwul, meine Mama ist heterosexuell. Sie lieben sich nicht, aber sie lieben uns. Sie haben uns gezeugt, weil sie Kinder haben wollten.“ Doch wie kommt eine solche, auch für moderne Zeiten ungewöhnliche Familienkonstellation zustande?

Der gebürtige Münchner Nico hatte schon als junger Mann die ersten Kinderwunschgedanken. Wie eine Fügung des Schicksals war dann die Offenheit seiner langjährigen, guten Freundin Nadine: „Willst du mit mir ein Kind haben?“ Nico gibt zu: „Auch wenn ich den Wunsch hatte, war ich erst mal geschockt. Die nächsten Minuten vermieden wir das Thema. Erst ein paar Wochen später habe ich ‚Ja‘ gesagt.“ Die temperamentvolle Nadine war alleinstehend und wünschte sich ein Baby. Ihre Mutter schlug ihr eine Elternschaft mit Nico vor. So standen die beiden nun vor dem Abenteuer des „Co-Parenting“ (englisch: Gemeinsam Eltern sein).

Co-Parenting: Nicolas mit Nadine und ihren gemeinsamen Töchtern

Eltern ja, Liebe nein. Nico und Nadine sind ein Beispiel für den amerikanischen Trend Co-Parenting. Es ist eine immer häufiger vorkommende Form der gemeinsamen Elternschaft zweier oder mehrerer Menschen, die keine Liebe und kein Sex verbindet. Im Internet häufen sich Portale, in welchen man den Partner für dieses besondere Familienmodell findet. Diese Form der Familie findet man also nicht nur bei homosexuellen Menschen. Immer mehr Heterosexuelle finden so ihr Glück, wenn zum Beispiel die biologische Uhr tickt und kein geeigneter Partner in Sicht ist.

Stefan* ist seit vielen Jahren Berliner. Berlin gilt nach Köln als Hochburg der Schwulen in Deutschland. Dort lebt er mit seinem Partner. Er zog aber nicht nur dorthin, weil die Stadt sehr tolerant und aufgeschlossen ist. Für ihn bietet Berlin für Taube eine große Gehörlosenkultur. Auch er wünscht sich Nachwuchs. „Ich möchte gerne einem tauben Pflegekind meine Sprache weitergeben“, erzählt der Mittdreißiger. Mit einem Gebärdensprachdolmetscher hat er sich bereits über eine Beratungsstelle vom Kinderschutz informiert. Von dem Ergebnis berichtet er Folgendes: „Aktuell gibt es kein zu vermittelndes taubes Kind. Wir sind noch auf der Warteliste.“

Nachdem sich Peter gegen seine wahren Gefühle und für seine Familie entschieden hatte, zeigten sich im Laufe der Jahre die ersten Risse der Ehe: „Unser Sexualleben ließ nach, die seit mehr als 15 Jahren unterdrückten Gefühle kamen immer mehr wieder hoch“, erinnert sich der heute alleine lebende Mann. Vor drei Jahren entschied sich Peter endgültig zum Outing innerhalb der Familie. Das nahe Umfeld reagierte geschockt: „Meine Eltern fürchteten um den Ruf im Dorf. Sie waren im Dorfleben aktiv und schämten sich.“ Peters konservative und gläubige Eltern sind auch ein Grund, weshalb er sich bis heute nicht öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. „Die Leute denken, dass meine Frau und ich uns getrennt haben. Sie schöpfen daher keinen Verdacht“, erzählt er. Auch seine Kollegen sind ahnungslos.

Nur wenige Freunde wissen von Peters wahrer Identität. Heute geht er jedoch keine Affäre mit einem gehörlosen Schwulen ein. Zu groß ist die Sorge, dass sich dies in der Taubenszene herumspricht. Die Welt der Gehörlosen ist klein. Die Welt der schwulen Gehörlosen sehr klein. Der Vater eines nun erwachsenen Kindes sagt dazu: „Ich warte noch auf den richtigen Zeitpunkt meines Coming Outs. Sehr lange habe ich meine Gefühle unterdrückt. Also brauche ich auch sehr lange, bis ich mich öffne.“ Peter möchte seinen Beruf und die Beziehung zu seinem Kind nicht aufgeben. Dies wäre der Preis, wenn er offen mit seiner Sexualität umginge. Denn seine Familie empfahl ihm: „Wenn du offen schwul lebst, dann nicht hier!“

„Ich mochte schon immer Kinder. Wenn ich sie sehe, bekomme ich zwar keine großen Sehnsüchte. Aber ich möchte gerne ein eigenes Kind. Ich möchte meine eigenen Entscheidungen für ein Kind treffen“, erzählt der Berliner Stefan mit einem Lächeln im Gesicht. Er sagt, dass Kinderwunsch in einer Regenbogenpartnerschaft immer mit einem planerischen und bürokratischen Aufwand verbunden ist. Man wird nicht plötzlich schwanger und arrangiert sich mit der Situation, wie es manche heterosexuelle Paare tun. Er und sein Partner, mit dem er seit mehreren Jahren zusammen ist, müssen den komplizierteren Weg wählen. Stefan bevorzugt ein Pflegekind, ist aber auch für andere Wege zum Glück offen.

Alternative Möglichkeiten der Familiengründung für Schwule sind Leihmutterschaften. Diese sind aber in Deutschland verboten. Entscheidet man sich doch für diesen Weg, wird eine rechtliche Absicherung empfohlen. Denn die Eintragung des Kindes in das Geburtenregister könnte Probleme mit sich bringen. Eine weitere Form ist die Zeugung eines Kindes mit der so genannten „Becher-Methode“ für eine lesbische Frau mit Kinderwunsch. Hier spendet der Mann der Frau seinen Samen – diesen fügt die Frau dann mit einer Spritze in die Vagina ein.

Finden sich zum Beispiel ein schwules und ein lesbisches Paar zur gemeinsamen Elternschaft zusammen, so spricht man auch von einer Kleeblattfamilie. Wie die vier Blätter des Kleeblattes teilen sie sich die Erziehung des Nachwuchses. Ivan Fatovic, Gründer der Co-Parenting-Homepage „Modamily“ (Abkürzung von Modern Family), sagt, die Beziehung der Elternpaare sei schwerer als das Kennenlernen. Denn mit der Zeugung des Babys beginnt man eine lebenslange Verpflichtung, gibt Fatovic zu bedenken.

Viele Familienväter gehen nicht sofort offen mit ihrem Schwulsein um. Der Mut, das klassische Familienbild aufzubrechen, muss sehr groß sein. Diesen Schritt zu wagen braucht Zeit. Häufig stehen diese Männer zwischen zwei großen Gefühlsbaustellen: hier die eigene Identitätsfindung – da die Sorge, Familienmitglieder zu verletzen. Peter hat diesen Schritt gewagt, aber nur im engsten Familienkreis. Sein Kind reagierte zunächst geschockt. Es folgte eine lange Zeit der Distanz. Erst nach einem Austauschjahr von ihm kamen sich die beiden wieder näher. „Ich schrieb vor dem Abflug einen langen Brief. Darin erklärte ich meine Gefühle und dass es mir leid tut, dass ich ihm Kummer bereite. Aber ich entschuldigte mich nicht für meine Homosexualität!“, erzählt Peter und ist dabei doch sichtlich gerührt.

Das deutsch-brasilianische Paar Markus und Alysson macht sich Gedanken über die Wege zum Familienglück. Eine Leihmutterschaft bereitet ihnen Angst. „Es kann sein, dass sich die Leihmutter doch später entscheidet, das Kind selbst zu behalten. Da gehört eine große Portion Vertrauen dazu“, befürchtet der bayerische Friseur. Seit drei Jahren ist das multikulturelle Paar verheiratet. Es sei keine „gekaufte“ Liebe, betont Markus. Er kritisiert, dass Samenspenden anonym gegeben würden. Somit sei auch dieser Weg zur Vaterschaft für beide keine Option. Sie spielten auch mit dem Gedanken, sich in Brasilien Nachwuchs zu holen. Doch sie geben zu bedenken: „Wie sieht es aus mit den Versicherungen, meinem Arbeitsplatz – und wie können wir das Kind nach Deutschland holen?“

Unerfüllter Kinderwunsch: Markus und Alysson Neumeier denken über eine Adoption nach

Für Nico war 2009 ein spannendes Jahr. Er verkündete seiner Familie eine doppelte Überraschung: Ich bin schwul und ich werde Vater. Mit großer Aufregung beichtete er seinen neuen Lebensabschnitt. „Meine Eltern reagierten auf mein Coming Out überraschend gelassen. Als ich ihnen dann den Ultraschall zeigte, fingen sie an, laut zu lachen“, gebärdet der zweifache Vater grinsend. Er vermutet, dass sie deshalb so tolerant reagierten, weil sie es schon ahnten und selber sehr junge Eltern waren. Außerdem seien sie Großstadtmenschen. Nicos Oma jedoch verstand die Welt nicht mehr: „Du hast mit dieser Frau geschlafen, also kannst du doch nicht schwul sein.“ Nachdem Nico ihr drucksend klar machte, dass er über eine Samenspende Vater geworden sei, beugte sie sich mit einem lauten „Waaas?!“ über den Tisch. Danach verließ die alte Dame wortlos den Raum. Nach einigen Minuten kam sie gefasst wieder und nahm ihren Enkelsohn in die Arme.

Heute sind Nico und Nadine schon Eltern zweier Töchter. Milla und Marla wissen noch nicht, dass ihr Vater schwul ist. Die Eltern haben sich entschlossen, den richtigen Zeitpunkt spontan zu entscheiden. Robert Sandermann, Berater der Rosa Hilfe Freiburg e. V., ist für die Wahrheit gegenüber den Kindern. Grenzen können deren Alter sein: „Ansonsten ist es wichtig, ehrlich zu sein und es dem Alter der Kinder entsprechend zu vermitteln, vor allem auch Fragen ehrlich zu beantworten. Die Kinder merken es sowieso.“

Dies tat Nico auch, als Marla ihn im Bus mit der Frage überfiel, wieso Mama und Papa nicht heirateten. Der überrumpelte Vater erklärte, dass Mama und Papa sich nicht lieben, aber sich gemeinsam um die Familie kümmern. Nico gibt zu: „Marla hat sich schon gewundert und man konnte in ihrem Gesicht sehen, dass sie es nicht ganz verstanden hat.“ Doch nach außen können die beiden die Fassade noch aufrecht erhalten, da sie mit ihren Kindern zusammenwohnen. Für die Mädchen ist es eine Familie, für Nico eher eine WG.

Denn diesen Schritt hatte er nicht geplant. Zu groß waren seine Bedenken, dass das gemeinsame Zusammenleben auf freundschaftlicher Basis nicht funktionieren könnte. Doch es klappte überraschend gut. Nico konnte sich gar nicht mehr von seiner Familie lösen und war öfter da als in seiner Junggesellenwohnung. Also zog er dort ein. Aktuell scheint für die Kinder alles normal zu sein. Die Kinderpsychologin Carol Burniston meint: „Solange Kinder klein sind, halten sie ihr Leben für die Normalität. Wenn sie älter werden, könnte es sein, dass es zu Hänseleien kommt. Wichtig ist, wie die Erwachsenen damit umgehen, welche Botschaft sie dem Kind vermitteln und dass sie es unterstützen.“ Ein kleines Fragezeichen bleibt für die Mädchen: Warum schlafen Papa und Mama im getrennten Betten?

Für Stefan bietet die gut vernetzte Welt der Tauben eine Hilfe für schwule Männer, die Vater werden wollen. „Man kennt schneller andere Frauen, die denselben Wunsch haben. In der hörenden Welt muss man mehr suchen“, erklärt er. Doch man brauche sehr großen Mut, um eine Frau auf das Thema anzusprechen. Aber auch für ihn und seinen Partner kommt eine Leihmutter nicht in Frage. „Ich glaube nicht, dass eine Frau ihr Baby nach zehn Monaten im Bauch abgeben wird. Außerdem müssten wir beide mit der Frau gut klarkommen und sie als biologische Mutter unseres Kindes wollen. Das ist nicht einfach“, befürchtet er. Auch über eine Regenbogen-Patchworkfamilie haben sie nachgedacht: das Kind mit einem lesbischen Paar künstlich zeugen und erziehen. Doch eine Konstellation mit vier beteiligten Personen erscheint Stefan als zu viel. Das Berliner Paar hat sich nun entschlossen, über den Kinderwunsch erst einmal zu schweigen. Denn zuvor gingen sie offen damit um und bekamen ständig Vorschläge, welche lesbischen Tauben auch ein Kind möchten. Diese Situation war für sie nicht angenehm.

Sucht man im Internet nach einer Beratungsstelle für schwule Gehörlose, findet man nichts – Fehlanzeige. Dies ist sehr bedauerlich, gibt es doch viele Gruppierungen wie zum Beispiel CODAs oder KoFit, die Betroffenen helfen, sich auszutauschen. Taube Homosexuelle müssen wohl irgendwie selbst ihren Weg finden.

„Stimmt, das war mir gar nicht bewusst“, realisiert Nico heute. Dass er sich überhaupt nicht mit anderen austauschen kann, daran hat er sich irgendwie gewöhnt. Stefan vermutet, dass viele schon akzeptiert haben, dass sie nie Eltern werden können. Der Berliner ergänzt: „Wenn die Warteliste für Adoptionen bei Hörenden so lang ist, dann haben Taube noch geringere Chancen.“

Momentan läuft bei der Co-Parenting-Familie von Nico und Nadine alles gut. Er vermutet, dass mit Beginn der Pubertät wohl die ersten Herausforderungen kommen. Doch er denkt auch positiv: „Ich glaube, dass meine Töchter mal sehr tolerant sein werden. Sie sind nicht nur CODAs, sondern eben auch Kinder von einem schwulen Vater und einer heterosexuellen Mutter.“ Der Vermessungstechniker ist heute sehr froh, dass er seine Mädchen hat. Sie sind aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch einen Haken hat sein Glück: der Verzicht auf das Ausleben seiner Homosexualität. Das Vatersein beansprucht so viel seiner Zeit und Kraft, dass er das Leben in der Schwulenszene stark vernachlässigt hat. Beide doch sehr konträren Lebenswelten zu vereinen, scheint eine Herausforderung zu sein.

Peter ist vor drei Jahren ausgezogen. Sein Kind hat ihn bis heute noch nicht besucht. „Ich gebe ihm Zeit, bis es bereit ist“, erläutert er verständnisvoll. Er hat sich für ein anonymes Leben entschieden. Doch Peter entschloss sich, seine Geschichte zu teilen: „Ich möchte, dass Schwule mehr Mut haben, sich zu öffnen.“ Fast zwei Jahrzehnte lang versteckt er seine wahren Gefühle. Dies ist der Weg, für den sich der traditionsbewusste Vater entschieden hat. „Hört nicht auf euren Verstand, sondern folgt eurem Herzen“, empfiehlt er anderen Schwulen. Auf dem ersten Blick ein widersprüchlicher Rat. Doch Peter entschied sich gegen die Fassade gegenüber seinem Kind, zog aus und versucht, den Kontakt mit ihm aufrechtzuerhalten.

Marla und Milla genießen ihre Kindheit mit ihren Vorbildern Mama und Papa. Sie werden ins Bett gebracht von Eltern, die ihnen Toleranz und Vertrauen beibringen. Sie werden beschützt von Eltern, die sie lieben. Auch wenn sie kein Paar sind.

*Name von der Redaktion geändert

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der DGZ 12 | 2016.
Anlässlich des 1. Oktobers 2017, an dem die Ehe für alle
wirksam wurde, veröffentlichen wir den kompletten Text.

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